Das Thema der ersten Ausgabe von Shift ist Access. Der Zugang zu Wissen, Raum und Kultur ist im digitalen Zeitalter zur Chance, aber auch zur Konfliktzone geworden, in der unterschiedliche Interessen kollidieren und sich neue Modelle entwickeln.
Viele haben sich bereits daran gewöhnt, aktuelle Informationen sowie Musik, Bilder und Filme auf dem Internet stets griffbereit zu haben. Solche Entwicklungen rufen die Hüter herkömmlicher Verwertungs-Kanäle auf den Plan. Als Folge wird der Zugang zu Informationen und Kultur stärker reguliert und womöglich eingeschränkt. Auch technische Massnahmen, wie Digital Rights Management (DRM) und proprietäre Formate, beschränken die Zugänge. Doch es gibt auch gegenteilige Bewegungen wie etwa Open Source Software, frei zugängliche Online-Archive sowie kollaborative, offene Wissens-Datenbanken und kulturelle Werke, die das Resultat der Zusammenarbeit vieler „Consommauteurs“ sind.
Auch im physischen öffentlichen Raum werden kommerzielle, kulturelle und politische Grenzen neu gezogen. Der öffentliche Raum ist mehr und mehr durchdrungen von kommerziellen Interessen, die Privatisierung und Kommodifizierung schreiten voran. Die neuen Überwachungstechnologien erlauben eine immer weitergehende Kontrolle des physischen und virtuellen Raumes – und machen uns mehr und mehr zu gläsernen Bürgern.
Zur Debatte stehen die Zugänge zu einer Vielzahl von Inhalten: Zu Kunst und Kultur als Basis und Ausgangspunkt für deren Weiterentwicklung und Verbreitung. Zu sozialen Rechten und einer Existenzgrundlage für einen sehr grossen Teil der Population dieser Erde. Zu Information und Wissen auch für die weniger Vermögenden. Zum öffentlichem Raum und seinem Zeichensystem auch für NutzerInnen ohne ökonomische Interessen.
Shift beleuchtet das Thema Access auf musikalische und visuelle, diskursive und sinnliche, künstlerische und kuratorische, kultur- und medienwissenschaftliche, politische und juristische Art und Weise.
Shift erschliesst zudem mit dem Festivalort Dreispitz gewissermassen ein Stück urbanes Neuland: Ein Terrain, das für die Lagerung von Transitgütern genutzt wurde und nur autorisierten Personen zugänglich war, wird in den nächsten Jahren zum Ort der Kunst und Kultur. Shift bietet nun einen Vorgeschmack auf die kommende Umnutzung.
Und nicht zuletzt interessiert sich Shift als intermediales Festival für die Zugänglichkeit zwischen den Künsten, das heisst für den konkret vollzogenen Austausch über die klassischen Spartengrenzen hinweg.

