Shift in Progress

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Shift in Progress 2009:


Festivalzentrum, Container, Aussenraum

 


Do, 22.10. – So, 25.10.2009, Eintritt frei




Shift in progress hat Studierende der Schweizer Kunsthochschulen eingeladen, Arbeiten aus dem Bereich der elektronischen Künste einzureichen, welche in Bezug zum diesjährigen Festivalthema ‹Magic. Übersinnlichkeitsvermutungen und Technologiebeschwörungen› stehen. Shift in progress versteht sich als Plattform für Projekte einer neuen Generation von KünstlerInnen und AktivistInnen, welche aus nächster Nähe die aktuellen Entwicklungen der elektronischen Medien verfolgen, sie kommentieren, beeinflussen und in ihrem Sinne nutzen.


Beteiligt sind Studierende folgender Schulen:
— Fachhochschule Nordwestschweiz, Hochschule für Gestaltung und Kunst (FHNW HGK): Institut Medienkunst Aarau; Institut Kunst Basel; Institut HyperWerk Basel
— Hochschule der Künste Bern (HKB) Gestaltung und Kunst: Fine Arts
— Hochschule für Gestaltung und Kunst Luzern (HSLU) Design & Kunst: Videodepartment, Kunst & Vermittlung
— Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK): Vertiefung Mediale Künste



Stefan Baltensperger Kevin Graber Sarah Graf/Sairah Rizvi/Peter Bichsel Denis Handschin Rahel LenzRenaud Loda/Sebastien VerdonMartina Lussi/Jonathan RufHugo Ochoa Philippe ReinauAngelika SchoriU5




Stefan Baltensperger

(FHNW INSTITUT MEDIENKUNST)


F-12

(2009), Interaktive Lichtskulptur
Aussenraum

«F-12» ist eine interaktive Lichtskulptur im Format einer genormten Plakatwand. Das Kunstobjekt bedient sich der klassischen Werbefläche und macht sie sich zur  Bühne. Anstelle der üblichen Werbebotschaft zieht ein Lichtspiel aus 1525 weiss leuchtenden Punkten die Aufmerksamkeit auf sich. Lichtpunkte tanzen, blitzen auf und erlöschen, es entstehen Formen und  Strukturen, die sich wieder auflösen und zu immer neuen Lichtgebilden verschmelzen. Tritt ein neugieriger Betrachter näher an das Objekt heran, reagieren die Lichter darauf und veranlassen eine Interaktion - ein Spiel mit Bewegung und Licht.






Kevin Graber

(HSLU VIDEODEPARTEMENT)


DIE ANDERE SEITE

(2009), Dokumentarfilm
Untergeschoss Festivalzentrum

Gibt es ein Leben nach dem Tod? Kevin Grabers Film ‚die andere Seite’ geht der ältesten Frage der Menschheit auf die Spur. Willi Schnetzer, Davor Baggio und Wolfgang Eisenbeiss erzählen über ihre Erfahrungen und Einsichten. Ihre Hintergründe sind unterschiedlich, gemeinsam ist ihnen jedoch die feste Überzeugung, dass das Leben nach dem Tod weitergeht.

Kamera: Severin Kuhn, David Röthlisberger, Ton: Loris Ciresa, Marco Theus, Schnitt: Timothy Studer, Kevin Graber, Sounddesign: Benjamin Federer, Musik: Wolfgang Eisenbeiss
Grafik: Ivan Weiss, Michael Kryenbühl






Sarah Graf / Sairah Rizvi /  Peter Bichsel

(FHNW HGK INSTITUT KUNST, HKB FINE ARTS, FHNW HGK INSTITUT HYPERWERK)


HOT SPOTS

(2009), Videoprojektion
Untergeschoss Festivalzentrum

Die Arbeit „Hot Spots“ thematisiert die Frage nach der Wahrnehmung des Menschen. Dabei entdecken die Künstler/Innen, dass Wahrnehmung und Interpretation der Wirklichkeit äusserst subjektive Empfindungen sind. Vier verschiedene Handlungsstränge werden aufeinanderfolgend abgespielt. In jedem Handlungsstrang ist die Perspektive einer jeweils verschiedenen Person in ihrem Haus nachgestellt. Mittels subjektiver Kameraeinstellung wird der Betrachter in die Position und Sichtweise aller vier Personen gebracht und nimmt somit vier verschiedene, zeitgleiche und subjektive Realitäten wahr.






DENIS HANDSCHIN

(FHNW HGK INSTITUT KUNST)


Orb

(2009), Installation / Objekt
Aussenraum

Orbs sind diffuse oder leuchtende Flecken und erscheinen in fotografischen Aufnahmen meistens bei Blitzlicht. Das Streulicht des Blitzes wird von Teilchen, die zwischen Bildmotiv und Kamera schweben,  zurückgeworfen. Verschiedenste Theorien über die Orbs reichen von Geistern in Kugelgestalt über Ausserirdische bis hin zu Teilenergien, welche die irdischen Ereignisse aufspeichern und an höhere Instanzen übertragen. Denis Handschin stellt in seiner Installation das Immaterielle in Form eines materiellen, statischen Monuments dar, welches die Frage nach seiner eigenen Existenz als real- oder fiktionales Objekt stellt.

Das Projekt wird freundlich unterstützt von Vogt AG.






Rahel Lenz

(FHNW HGK INSTITUT KUNST)


YOU SEARCH, BABE, AT ANY COST, BUT HOW LONG, BABE WILL YOU SEARCH FOR WHAT'S NOT LOST

(2009), Projektion
Aussenraum

Die frei schwebende, mit ihren Strahlen wie Fesseln an die Erde gebundene Figur, steht für das Hindurchschauen, das Durchlässige der Projektion, das Spiel mit Wahrnehmung und Wirklichkeit. Sie erscheint nicht nur im herkömmlichen Sinne, sondern nimmt im Betrachter eine eigene, individuell agierende Gestalt an. In dem Moment, in dem ein Betrachter die Figur sich bewegen sieht, hat er mehrere Möglichkeiten: er glaubt daran, dass er etwas Besonderes erblickt hat, er glaubt, dass seine Sinne ihm einen Streich gespielt haben, oder er glaubt, dass die Künstlerin die gesehene Erscheinung in der Animation eingebaut hat. Es geht also um Glauben und Nichtglauben, im religiösen Sinne möglicherweise, aber auch um Glauben an die Technik, an den Künstler, an die eigene Urteilsfähigkeit.






Renaud Loda / Sebastien Verdon

(HKB FINE ARTS)


ECTOPLASM

(2009), Video-Installation
Untergeschoss Festivalzentrum

"Ectoplasm" ist der Stoff, aus dem die Geister sind. In der Parapsychologie bezeichnet der Begriff die gazeartige Substanz, die bei einem Medium angeblich aus den Körperöffnungen tritt, wenn es sich in Trance befindet. Ektoplasma gilt als lichtscheu, nur in fast völliger Dunkelheit ist es zu erkennen. Punkt für Punkt lassen Renaud Loda und Sebastien Verdon Ektoplasma in der Schwärze des Nichts erscheinen: Ein Kreis formiert sich, Hände, ein kurzes Aufblitzen - kaum fassbar, alles zerrinnt gleich wieder. Lassen wir uns bloss von einem zwielichtigen Spuk betören, oder flackert da tatsächlich so etwas wie Transzendenz?






Martina Lussi / Jonathan Ruf

(HSLU KUNST & VERMITTLUNG)


INSTALLATION L208

(2009), Audio-Installation
Container

In der „Installation L208“ befindet sich der Zuhörer in einem absolut dunklen Raum. Vier Lautsprecher beschallen ihn mit gleichförmigen Schwingungen. Ein Lautsprecherpaar steht sich gegenüber und bildet einen akustischen Kanal. Das andere Lautsprecherpaar steht in einem 45° Winkel zur einen Wandseite  und  zielt in die Mitte des Raumes. Je nach Position des Zuhörers verändert sich dessen Klangbild und Raumgefühl. Thema der „Installation L208“ ist die Raum- und Sinneserweiterung über sinusartige Schwingungen, welche der Zuhörer während der achtminütigen Komposition erfahren kann.






HUGO OCHOA

(FHNW HGK INSTITUT MEDIENKUNST)


I COMPUTER

(2009), Interaktive Video-Installation
Untergeschoss Festivalzentrum

In einem dunklen Raum befindet sich auf einem Sockel eine Schreibmaschine, die als Interface dient. Gegenüber ist eine Projektion zu sehen. Die projizierte Figur ist die Repräsentation eines Magiers oder eines Schamanen, welche dem Benutzer Fragen stellt, so dass eine Art Dialog entsteht. Der Benutzer hat die Möglichkeit, anhand dieses Frage-Antwort-Spiels seinen eigenen transmedialen Text zu schaffen. "I computer" nutzt die Animation, um  über die Beziehung zwischen Gedanken und Materie, Wechsel und Permanenz, Interface und Medium sowie Magie und Technologie zu reflektieren.






Philippe Reinau

(FHNW HGK INSTITUT KUNST)


Diorama

(2009), Installation
Untergeschoss Festivalzentrum

„Diorama“, eine in ihrer Ästhetik einfach, kühl und schlicht wirkende, weisslackierte Kiste, lässt durch auditive Sinneswahrnehmungen mentale Bilder entstehen. Dabei werden Bilder suggeriert, die vielleicht in der Realität gar nicht existieren. Imagination und Suggestion werden in dieser Arbeit thematisiert. Wie gross kann die manipulative Beeinflussung einer Vorstellung sein? Wie real ist die durch unsere Sinneswahrnehmungen erfasste Welt? Decken sich unsere Vorstellungsbilder mit der Realität?






Angelika Schori

(FHNW HGK INSTITUT KUNST)


DEAD MELODIES

(2009), Installation
Container

Ein Kegel aus Kassettenbändern dient als Tunnel, in den wir eintauchen. Wir sind gefangen in der Vergänglichkeit der Medien. Und der Menschen. Was wir erblicken, scheint nur ein Muster zu sein, ein Moirée. Oder doch pure Magie? Geisterstimmen dringen an unser Ohr. Geisterjäger versuchen, über leere Radiofrequenzen Kontakt mit den Toten aufzunehmen. War das eben ein weisses Rauschen vom Band? Lichter flackern, Klänge knistern, Fragen schwirren uns durch den Kopf: Wie tot ist der Mensch, wenn er gestorben ist? So ausrangiert wie Kassettenbänder? Und warum hören wir sie dann noch immer, diese Stimmen? Stop. Rewind. Play.






U5 Künstlerkollektiv

(ZHDK MEDIALE KÜNSTE)


FASHION FORCE

(2009), Serie von Objekten
Untergeschoss Festivalzentrum

Fashion Force ist die Verbindung von Ornament und ausgedienter Technologie. Seit der Moderne zählt in unserer Kultur das Abstrakte und die reine Form. Seit einiger Zeit wird das Ornament wieder entdeckt und damit das archaische Schmuckbedürftnis des Menschen. Das Ornament in der Kultur ist religiös, zweckbestimmt und dekorativ. Vom Menschen Verehrtes wurde immer schon verziert: Tempel, Trachten, Meissner Porzellan. In der Tierwelt kann es etwas Überlebenswichtiges sein. Das Verzieren an sich ist Vergötterung eines Objektes. Und Technologie ist die Religion. Es grüsst U5 (http://u5.92u.ch)