Gebäude D & Container


Do 28.10. – So 31.10.2010



Shift in Progress bietet Studierenden von Schweizer Kunsthochschulen die Möglichkeit, mit einer Arbeit zum Festivalthema präsent zu sein. Ausgewählt wurden 15 Projekte von Studierenden der Hochschule für Gestaltung und Kunst der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW HGK), der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK), der Hochschule für Gestaltung und Kunst Luzern (HSLU) und der Hochschule der Künste Bern (HKB) sowie der beiden Westschweizer Hochschulen Haute école d’art et design Genf (HEAD) und Ecole cantonale d’art de Lausanne (ECAL). Neu lanciert hat Shift eine jährlich wechselnde Kooperation mit einer ausländischen Hochschule; dieses Jahr mit dem Media Lab der Aalto University in Helsinki, Finnland.

Am Freitag, 29.10., finden von 14.00-16.00 h öffentliche Werkgespräche mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern von Shift in Progress statt. Am Samstag, 30.10., um 14.00 h sprechen Pipsa Asiala vom Media Lab Helsinki und Päivi Meros vom Cartes Center of Art and Technology Espoo über die Medienkunst in Finnland.

Kuratiert von Martina Venanzoni

Führungen Ausstellung & Shift in Progress


Do 20.30 h
Fr 13.00 h und 20.00 h
Sa 13.00 h und 20.00 h
So 13.00 h

Treffpunkt: Eingang Ausstellungshalle

 




August

(*2007, Zürich / CH, lebt in Lausanne & Zürich / CH)

Black Box
(2008)
ECAL / ZhdK

Gebäude D


«Black Box > Metapher > Gehirn > Prozesse > Unbekannt > Zusammenspiel > Reize > Schwarz > Psyche > Übersetzung > Medialer Raum > Sound > Herzschlag > Maschine > Drehmechanismus > Bühnenbild > Barock > Renaissance > Perspektive > Spiegel > Optische Täuschung > Anamorphose > UV-Licht > Digitale Bilder > Mischung > Zirkusattraktionen > Kindheitserinnerungen > 4 Sprachregionen > Schweiz > Hörspiele > Comics > Bücher > Fernsehsendungen > Werbung > Märchen > Kleinkind > 3-7 Jahre > Emotionale Prägung > Kultur > Identität > Kollektives Unterbewusstsein > Dekonstruktion > Erinnerung > Bekannte Welt.» August



Sabrina Davatz

(*1976, Basel / CH, lebt in Basel / CH)

Sarah Graf

(*1980, Luzern / CH, lebt in Basel / CH)

Ritter der Kokosnuss (2010)

FHNW HGK

Gebäude D


Auf zehn Monitoren sind verschiedene Gesichter zu sehen, die auf eine im Hintergrund sichtbare Projektion des Monty-Python-Filmes „Die Ritter der Kokosnuss“ reagieren. Aufgrund unterschiedlicher Erinnerungen und Wahrnehmungen fallen die Redaktionen auf den Kultfilm höchst unterschiedlich aus. Der Streifen wird einerseits „wiederentdeckt“, während gleichzeitig Erinnerungen an ihn aktiviert werden. Die Grenzen und das Selektive der Erinnerung werden deutlich: Was bleibt im Kopf zurück und was geht verloren?



Jannik Giger

(*1985, Basel / CH, lebt in Basel / CH)

Opus Fatalis
(2010)
HKB
Container

Die Kompositionsreihe „Opus Fatalis“ ist Neuinterpretation und Verzerrung von teilweise sehr alten und kulturell fremden musikalischen Ideen und Klängen. Zitate und Fragmente von Johann Sebastian Bach über Antonín Dvořák bis hin zu Georg Friedrich Haas wurden gesampelt und in einem Archiv aus Fremdklängen diverser Zeitepochen angelegt. Durch das Collagieren und Verfremden dieser Fragmente und durch deren Verflechtung mit eigenen Klängen entstehen neue musikalische Zusammenhänge und Realitäten.
Mitwirkende: Pascal Schärli / Tobias Schläfli / Elia Rediger.




Annett Raatz

(*1979, Halle-Neustadt / D, lebt in Leipzig / D & Genf / CH)

Franziska Gilbert

(*1981, Dresden / D, lebt in Berlin / D & Genf / CH)

Ziel, Ablenkung, Neuausrichtung
(2010)
HEAD / Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig / Humboldt Universität zu Berlin

Gebäude D


Eine all-sommernächtliche Beobachtung eines Nachtfalters, der immer wieder auf eine Lichtquelle zufliegt. Und wieder und wieder...
Die berechnete Bewegung und deren Übersetzung in Bild und Ton zeigen die Versuche eines Falters, eine gerade Flugbahn zu verfolgen. Er gerät jedoch auf einen Spiralflug um eine Lampe, weil er die Lampe mit dem Mond, den er als Orientierungspunkt nutzt, verwechselt. Der Falter prallt ab, torkelt, und kehrt in einem fortwährenden Kreislauf von Zielgerichtetheit, Ablenkung, Verwirrung und Neuausrichtung doch immer wieder zur Lichtquelle zurück.




Christine Hasler

(*1987, Jegenstorf / CH, lebt in Bern / CH)

Work in Progress. Working Process
(2010)
HKB

Gebäude D


Der Prozess des Arbeitens an einem Kunstwerk ist meist mit dem Verarbeiten von Einflüssen und Eindrücken verbunden. Kaum eine Künstlerin, kaum ein Künstler kann sich den Einflüssen ihrer oder seiner Vorbilder entziehen. Aus Boxen ertönen verschiedene Texte von Christine Haslers Vorbildern und Inspirationsquellen. Auf dem Boden wird das Video einer von ihr aufgeführten Performance gezeigt. In der Konfrontation dieser beiden Elemente stellt sich Hasler einerseits der Frage, was denn nun das eigentliche Werk ist  – die ausgestochene Form? Das Video? Die Performance? –, und inwiefern ihre Arbeit von ihren Vorbildern beeinflusst wird.




Sara Jacobsen

(*1975, Chimney Rock / USA, lebt in Helsinki / FIN)

Immersive Bauhaus
(2010)
Media Lab Helsinki

Gebäude D
Original Video mit freundlicher Genehmigung von Harri Kivilinna


Die Gebäude der Bauhaus-Schule haben ihren ursprünglichen Zweck heute oftmals verloren. Obwohl sie nicht mehr als Lebens- und Arbeitsräume dienen, beeinflussen sie ihre Umgebung auch heute noch – doch auf eine andere Art und Weise. In der Video-Installation „Immersive Bauhaus“ verarbeitet Sara Jacobsen Filmmaterial der Bauhausbauten in Dessau mit dem Versuch, die ursprünglichen Theorien visuell herauszuarbeiten. Primärfarben, Formtheorien, geometrische Kompositionen und Lichtgestaltung beeinflussen das Design der Installation.
Original Video: Courtesy von Harri Kivilinna.



LSDAP



Martin Chramosta

(*1982, Basel / CH, lebt in Basel / CH)

Jannik Giger

(*1985, Basel / CH, lebt in Basel / CH)

Pascal Schärli

(*1986, Bern / CH, lebt in Bern / CH)

Find Yourself In A Lost Memory
(2010)
FHNW HGK / HKB
Container


Im Zeitalter der Digitalkameras verschwinden klassische Medien der Bildher- und Bilddarstellung, wie etwa die analoge Fotografie und die Diaprojektion, immer mehr. Eine spezielle Art der Bilddarstellung findet sich jedoch auf Jahrmärkten noch immer: die Guckwand. Wenn der Benutzer den Kopf durch die Wand steckt, verwandelt er sich in einen Ritter, ein Tier oder eine holde Maid. LSDAP führen die Guckwand und die Diaprojektion auf eine hintersinnige und überraschende Art und Weise zusammen. Das eine Medium ist technisch überholt, das andere durch seine pragmatische Schlichtheit vor jeder Gefährdung durch den technischen Fortschritt gefeit. Zusammen ergeben sie ein individuelles Erinnerungsbild, eine Brücke zwischen Einst und Jetzt.




Philipp Madörin

(*1976, Basel / CH, lebt in Basel / CH)

ReTube
(2010)
FHNW HGK

Gebäude D


Der Wortteil „tube“ von YouTube nimmt Bezug auf die Bildröhre veralteter elektronischer Bildsichtgeräte. Da die Röhrenfernseher und -monitore heute fast verschwunden sind, scheint es verwirrend, dass ein Internet-Videoportal diesen Begriff im Namen verwendet. Die Arbeit „ReTube“ zeigt YouTube-Filme auf einem alten s/w-Röhrenmonitor. Von diesem werden sie mit einer Röhrenkamera wieder abgefilmt und zurück auf das Videoportal geladen. Der abgefilmte YouTube-Clip ist nicht mehr derselbe. Die Verfremdungen durch die Röhrentechnologie, die Interaktionen von Besuchern und das Umgebungslicht führen zu neuen Bildinhalten.



Nara Pfister

(*1981, Basel / CH, lebt in Zürich / CH)

Spiel mir
(2010)
FHNW HGK
Gebäude D


Ein weisser Betonabguss eines Knochens steckt auf dem Drehstift eines alten Plattenspielers und dreht sich um die eigene Achse. Diese Konstruktion verweist einerseits auf die kinetischen Skulpturen der 1950er-Jahre, andererseits werden durch den sich drehenden Knochen Assoziationen zur eigenen Vergänglichkeit ausgelöst. Diese Andeutungen bleiben in Nara Pfisters Skulptur jedoch schematisch; sie werden mit Ironie aufgegriffen und entfalten in der filigranen, wackligen Technik eine ebenso absurde wie verspielte Dimension.



Ian Purnell

(*1988, Liestal / CH, lebt in Berlin / D)

absichern
(2010)
HSLU

Gebäude D


«Ich drehe ein Video über ein Video und sichere es ab.» Sobald ein audiovisuelles Projekt fertiggestellt ist, beginnt der Prozess der Erhaltung. In seinem Film hat Ian Purnell die Fragen zur Erhaltung und Konservierung bereits in den künstlerischen Prozess eingebaut. Der Film „absichern“ widmet sich ganz der Frage nach seiner Beschaffenheit und nach seinem Schicksal, denn die aufgenommenen Bilder sollen für die Ewigkeit erhalten bleiben. «Mit der heutigen oder zumindest mit der gestrigen Technik müsste dies doch möglich sein.»



Angelika Schori

(*1981, Basel / CH, lebt in Basel / CH)

Itsy Bitsy
(2010)
FHNW HGK

Container


Als Ausgangsmaterial für „Itsy Bitsy“ dient ein amerikanischer Vintage-Glamour-Film (16mm) aus den 1940er-Jahren mit einer simplen Handlung: Vier junge Damen vergnügen sich um und in einem Swimmingpool. Die Stichworte der Sequenzen-Liste des Films – „A swimming pool“ – „A woman sits on its edge“ – „She plays with a huge beach ball“ – „Two naked beauties jump in“ usw. – werden übernommen und in der Suchmaschine von YouTube eingegeben. Die angezeigten YouToube-Clips werden im Zufallsverfahren über den Film gelegt und erzeugen immer neue Bildkombinationen.




Oliver Schwarz

(*1986, Bern / CH, lebt in Littau / CH)

Stillstand (2010)

HSLU

Gebäude D


Alles scheint eingefroren und stillzustehen in dem verwahrlosten Hotel im Nirgendwo. Ein zurückgezogen lebender Mann trägt einen Kampf mit sich selbst aus, während ihm eine rätselhafte Figur im Nacken sitzt. Eine Gedankenreise in seine Kindheit, getragen von einer mysteriösen Melodie, geleitet ihn schliesslich zurück in eine andere Realität.

Der Film "Stillstand" ist ein surrealistisch angehauchter Trip ins Genre des Romantic Mystery.




Timo Ullmann

(*1987, Luzern / CH, lebt in Luzern / CH)

L'Osservatore I
(2009)
HSLU
Container

„L'Osservatore I" ist kein Film-Still sondern ein Still-Film. Die Bewegungen im Film sind minim und erst auf den zweiten Blick erkennbar. Die elf Charaktere, alle werden vom Verfasser selbst gespielt, schauen die Betrachter direkt an, die ihrerseits einen bedrohlichen Schatten auf die Szenerie werfen. Die zerrinnende Zeit wird durch eine abbrennende Zigarette angezeigt. Alles in allem schwebt eine gefährliche und zugleich verführerische Spannung im Raum: Was haben die inszenierten Figuren in unserer heutigen Welt zu suchen? Who`s lost? Who`s found?




Laurie Vannaz

(*1987, Châtel-St-Denis / F, lebt in Thônex / CH)

Fabrice Rossel

(*1987, Péry / CH, lebt in Thônex / CH)

Bunk Here
(2010)
HEAD

Gebäude D


In der Arbeit „Bunk Here“ wird die Geschichte der Schweizer Bunker thematisiert, die seit dem zweiten Weltkrieg verlassen vor sich hin darben. Vannaz und Rossel erfinden eine Geschichte, die sich in diesen Bunkern abspielen könnte. Menschen flüchten aus einem beliebigen Grund in diesen Bunker. Auf drei interagierenden Leinwänden werden die Handlungen dieser Menschen gezeigt. Konkrete Informationen zu den Personen und ihrem Aufenthaltsgrund werden aber bewusst vorenthalten; der Raum und seine Atmosphäre stehen im Zentrum.