Shift in Progress


     Untergeschoss Festivalzentrum und Container



Öffnungszeiten



Do         18.30 – 24.00 h


Fr & Sa 12.00 – 24.00 h


So         11.00 – 18.00 h



Shift in Progress bietet Studierenden von Schweizer Kunsthochschulen die Möglichkeit, eine mit dem jeweiligen Festivalthema in Verbindung stehende Arbeit auszustellen. Zum zweiten Mal lanciert Shift überdies eine Kooperation mit einer ausländischen Gastinstitution. Dieses Jahr ist das Center for Contemporary Art CCA, Tel Aviv, mit Arbeiten von vier Studierenden an der Ausstellung von Shift in Progress zu Gast.



Kuratiert von Martina Venanzoni, Kuratorin CCA: Maayan Sheleff;


mit Unterstützung von Friederike M. Stangier


STUDIERENDE VON SCHWEIZER KUNSTHOCHSCHULEN:


Selina Frölicher & Micha Bietenhader - Fabian Gartmann & Yvo Waldmeier - Christine Hasler - Daniel Jeseneg - Florence Jung - Kim Minhee - Rosanna Monteleone - delete.us.com - Andy Storchenegger



GASTINSTITUTION CCA - CENTER FOR CONTEMPORARY ART, TEL AVIV:


Monty Alon - Tzion Abraham Hazan - Carmel Michaeli - Lior Pinsky



Performances



Christine Hasler, Carmel Michaeli, Lior Pinsky
Do, 20.00 h, im Shift Club

Tzion Hazan
Fr, Sa 18.00 h

 




Führungen



Do  20.30 h


Fr   13.00 h und 20.00 h


Sa  13.00 h und 20.00 h


So  13.00 h

Führung auf Englisch



So  16.00 h

Treffpunkt vor der Ausstellungshalle.








Studierende von Schweizer Kunsthochschulen




Selina Frölicher

(*1985, Zürich / CH, lebt und arbeitet in Zürich und Luzern / CH)


Micha Bietenhader

(*1985, Zug / CH, lebt und arbeitet in Zürich / CH)



300 Hz bis 3.4 kHz (2011)
HSLU
Container



Die Vernetzung der Gesellschaft durch das Telefon ist einer der epochalsten Schritte in der Geschichte der Kommunikation. Damit Kommunikation über das Telefon aber wirklich auch möglich ist und unverständliches Rauschen zu einer Stimme wird, müssen in einer Telefonverbindung diverse Störgeräusche ausgesondert werden. Frölicher / Bietenhader interessieren sich für jene ausgegliederten Störgeräusche, die in ihrer Installation auf einzelne kleine Frequenzblöcke reduziert und in einer Raum-Ton-Installation auf verschiedene Lautsprecher im Raum verteilt werden.






Fabian Gartmann

(*1985, Wil (SG) / CH, lebt und arbeitet in Basel / CH)


Yvo Waldmeier

(*1984, Basel / CH, lebt und studiert in Basel / CH)



Telefonroulette (2011)
FHNW HGK Institut Hyperwerk
Shift in Progress Ausstellungsraum / Festivalgelände



„Telefonroulette“ bringt eine Kombination der Idee des „Tischtelefon“-Prinzips aus Tanzlokalen und deren modernerer Version „Chatroulette“ ans Shift Festival. Nimmt ein Besucher / eine Besucherin einen Hörer ab, wird er oder sie mit einem der anderen vier in der Umgebung platzierten Telefone verbunden. Eine pulsierende Beleuchtung signalisiert einen Anruf und fordert die Personen in der Umgebung auf, den Hörer abzunehmen und mit der anrufenden Person in Kontakt zu treten.







Christine Hasler

(*1987, Jegenstorf / CH, lebt und arbeitet in Bern / CH)



Carry [you carrying me] (2011)
HKB

Performance, Do 20.30h, Shift Club



In einer Videoperformance wird ein Mann von einer Frau durch den Wald getragen. Die Frau kämpft nicht nur mit dem Gewicht des Mannes, sondern auch mit der Zeit und dem begrenzten Spielraum, der ihr zur Verfügung steht. Das Video wird von Christine Hasler in einer Live-Performance verändert, indem sie es mit Atemgeräuschen, Gesten und Klängen steuert, stört und untermalt. Dadurch wird der Handlungsspielraum ihres physischen Körpers, ihrer Stimme im Bezug auf die Videoperformance sowie der ihr zugeteilten Rollenmuster fortwährend ertastet, definiert und abgegrenzt.







Daniel Jeseneg

(*1982, Solothurn / CH, lebt und arbeitet in Basel / CH)



TASA (2011), 10'33''
HSLU
Shift in Progress Ausstellungsraum



Am 26. Juli 1970 hebt die Kapsel der TASA-Mission (Team Apollo Schweiz Amerika) im solothurnischen Gretzenbach ab. Die 14-tägige Mondreise ist allerdings bloss eine Simulation. Zwar leben drei Jugendliche für die Dauer der Mission in ihrer selbst gebauten Raumkapsel, die Kapsel bleibt jedoch während der gesamten Reise auf dem Parkplatz stehen. Mit Ton- und Bildmaterial aus Funksprüchen der realen Apollo 11, der gespielten TASA-Mission sowie der legendären TV- und Radiostimmen jener Zeit konstruiert Jeseneg in seinem Kurzfilm eine Parabel auf die Macht eines Jugendtraums.







Florence Jung

(*1986, Sarreguemines / F, lebt und arbeitet in Zürich / CH)



Cover (2011)
ZHdK
Container



Die populäre Musikindustrie ist durchdrungen von Perfektionierung und Standardisierung. Stimmen von professionellen Sängern werden bis zur Entfremdung digital korrigiert und idealisiert. Dem gegenüber stellt Florence Jung eine Sound-Installation aus YouTube-Aufnahmen, in denen populäre Hits mit falschen Noten, in schrägem Rhythmus und mit einfachsten Mitteln nachgesungen werden. Diese unverfälschten Aufnahmen erobern auf ihre Weise die verloren gegangene Authentizität zurück, der Amateur wird zum Held.







Kim Minhee

(*1986, Seoul / KR, lebt und arbeitet in Genf / CH)



A Postcard Written by Voice (2011)
HEAD
Container



„A postcard written by voice“ ist der Versuch Kim Minhees, Stimme als analoges Medium aufzuzeichnen. Der Besucher spricht eine Nachricht in ein Mikrofon. Dieses ist mit einem Computer verbunden, der die empfangene Mitteilung in ein Bild umwandelt. Die visualisierte Botschaft wird als Postkarte ausgedruckt und kann vom Besucher als Erinnerung mitgenommen werden.







Rosanna Monteleone

(*1977, Zürich / CH, lebt und arbeitet in Basel / CH)



Swiss Soundcard (2011)
FHNW HGK Institut Kunst
Container



„Was wäre, wenn wir anstatt einer Postkarte eine Soundcard von einem Land oder Gebiet versenden würden?“ Rosanna Monteleone geht dieser Frage nach, indem sie in einer installativen Klangkomposition versucht, die Stimmen und Geräusche der Schweiz einzufangen: Lautsprecherdurchsagen aus dem Tram, Stimmen von nah und fern, bekannte Töne, die man im Alltag immer wieder antrifft, dienen als vielschichtige Collage, die sich stets verändert und die Geschichte eines Landes gleich einer Erzählung wiedergibt.







delete.us.com

(*1980, Zürich / CH, lebt und arbeitet in Zürich / C)



Speaker‘s Corner (2009)
ZHdK
Shift in Progress Ausstellungsraum



Mitten im Ausstellungsraum steht ein Podest mit einem Mikrofon, das zur freien Meinungsäusserung einlädt. Die Arbeit ist entstanden in Anlehnung an den Speaker's Corner im englischen Hyde Park, der als jederzeit öffentlich zugängliche Bühne an die Versprechen der Demokratie erinnern soll. Stellt sich in der neu interpretierten Version allerdings jemand auf die Bühne und setzt zu einer Aussage an, wird einer von 27 vorgefertigter Klischee-Sätze über die Schweiz abgespielt, der im Widerspruch zur unterdrückten Meinungsäußerung eine zynische Färbung erhält.







Andy Storchenegger

(*1977, Jonschwil / CH, lebt und arbeitet in Zürich und St. Gallen / CH)



Repeat (2011)
ECAL
Shift in Progress Ausstellungsraum



Ein Baumstrunk, der mit einem Mikrofon verbunden ist, steht einer Gruppe von weiteren Strünken gegenüber. Spricht man etwas ins Mikrofon, spricht ein Baumstrunk die vorgegebene Nachricht aus, worauf die Gruppe im Chor das Gesagte nachspricht. Die starre Vervielfältigung durch diese auf unheimliche Art und Weise verfremdeten Baumstrünke bewirkt eine nahezu mantrische Präsenz der Nachricht. Die bedingungslose Eingliederung der Stimmen in die Masse und das kopflose Kopieren der Nachricht widerspiegeln auf eine absurde Art und Weise eine Konsum-Gesellschaft, in der eigenständiges Denken mehr und mehr verloren geht.






Gastinstitution CCA - Center for Contemporary Art, Tel Aviv




Monty Alon

(*1982, Toronto / CA, lebt und arbeitet in Tel Aviv and Jersusalem / IL)



HOBO – Quantum Beggars (2011)
Bezalel Academy of Art and Design, Jerusalem
Shift in Progress Ausstellungsraum



HOBO ist eine Internet-Firma, die durch Aufpolieren, Vertreten und Vermarkten von Obdach- und Arbeitslosen das Ziel verfolgt, diese zu normativen Bürgern umzuwandeln. In einer Datenbank werden Interviews mit Personen, die auf der Strasse leben, gesammelt. Diese Interviews werden danach digital bearbeitet und die Charaktere massentauglich angepasst. Die virtuellen Gestalten werden via Internet verbreitet und erscheinen als pop-up weltweit auf den Computerbildschirmen der arbeitenden Menschen. Hanna, Baruch, Levana, Shimon und Bella von Jerusalem sind die ersten Teilnehmenden an diesem Projekt.







Tzion Abraham Hazan

(*1986, Kalifornien / US, lebt und arbeitet in Tel Aviv / IL)



Rational Syncing (2010)
Midrasha School of Art, Beit Berl College, Israel
Shift in Progress Ausstellungsraum

Performance: Fr / Sa 18.00h



In der Video-Performance Rational Syncing manipuliert Tzion Abraham Hazan eine Rede von Ron Huldai, dem Bürgermeister von Tel Aviv. Die manipulierten Reden handeln von diversen lokalen politischen Problemen und wurden vom Künstler mit Aufnahmen, die auf YouTube heraufgeladen wurden, zusammengestellt. Der maskierte “hacker-hero” steuert den Politiker wie eine Marionette, wobei es manchmal unklar bleibt, wer nun wen manipuliert. Dieser “video-activism” bekommt insbesonders nach den politischen Ereignissen dieses Sommers eine umso bedeutendere Rolle: Der passive Betrachter wird zum Veranlasser und stellt Fragen über Wahrheit und Demagogie.







Carmel Michaeli

(*1986, Jerusalem /IL, lebt und arbeitet in Jerusalem /IL)



Thunder Kiss (2011)
Bezalel Academy of Art and Design, Jerusalem
Shift in Progress Ausstellungsraum

Performance: Do 20.30h, Shift Club



Eine Gruppe junger Frauen übt sich in einem Fitness-Studio in Tel Aviv in „pole dancing“. Während sich die Mädchen im Spiegel betrachten und sich an der Stange drehen und recken, werden sie von der Künstlerin gefilmt. Diesem Film wird ein Video gegenübergestellt, in dem die Künstlerin singt und Schlagzeug spielt. Ihr Gesicht ist mit funkelnden Diamanten bedeckt und der Soundtrack, den sie produziert, ist eine Coverversion des Titelsongs aus dem Kultfilm „Faster Pussy Cat! Kill! Kill!“ von Russ Meyer (1965). Die Aufteilung der beiden Filme reflektiert zwei Möglichkeiten einer weiblichen Sprache: die Verwendung des Körpers und der Einsatz der Stimme.







Lior Pinsky

(*1981, Jerusalem / IL, lebt und arbeitet in Jerusalem / IL)



Eres (2011)
Musrara, the Naggar School of Photography, New Music, Media & Animation, Jerusalem
Shift in Progress Ausstellungsraum

Performance: Do 20.30h, Shift Club



Lior Pinsky erkundet und sammelt schon seit einigen Jahren traditionelle Schlaflieder. Einige davon hat er online gefunden, andere aufgrund der Erinnerungen von Personen, die er in verschiedenen Ländern getroffen hat, aufgenommen. Pinsky verarbeitet diese Lieder in einer minimalistischen und experimentellen Art und Weise zu etwas Neuem – zu einer Fusion zwischen Folk und experimenteller Musik. Folklore und elektronische Musik verbinden sich und offenbaren die hinter moderner Fassade versteckte Ursprünglich- und Menschlichkeit. Die mit Kindheitserinnerungen verbundenen Lieder machen auf ihre Art und Weise das Zusammenwirken von Einheit und Einzigartigkeit erfahrbar.












Mit freundlicher Unterstützung des Instituts Kunst, HGK FHNW, der Hochschule der Künste Bern, Studienbereich Musik und Medienkunst sowie der Botschaft des Staates Israel.